Kostenlos den Schufa-Basisscore abfragen

Der Schufa-Score konnte bisher nur einmal jährlich auf Antrag abgefragt werden. Seit dem 17. März 2026 kann der Schufa-Score und auch die Berechnung völlig transparent eingesehen werden. Wie genau erklären wir in diesem Beitrag.

Bisher war es nur einmal im Jahr möglich, den SCHUFA-Score kostenlos anzufordern. Seit Kurzem können Verbraucher ihre Bonität jedoch jederzeit und ohne zusätzliche Kosten einsehen. Entweder in der Schufa-App oder direkt auf der Website der Schufa. 

Das steckt hinter dem neuen Schufa-Score

Schufa-Score ist ein Begriff, der sich auf die Bewertung der Kreditwürdigkeit einer Person in Deutschland bezieht. Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist eine private Wirtschaftsauskunftei, die Informationen über das Zahlungsverhalten von Verbrauchern und Unternehmen sammelt und speichert. Der Schufa-Score ist eine aus verschiedenen Faktoren errechnete statistische Kennzahl, die angibt, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Person in Zukunft ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen wird.

In die Berechnung des neuen Schufa-Scores fließen verschiedene Daten ein. 

Was sind die 12 neuen Schufa-Kriterien?

  • Keine Zahlungsstörungen (bis zu 264 Punkte)
  • Anzahl von Anfragen im Bereich Telekommunikation, (Online-)Handel oder (Finanz-)Dienstleistungen in den vergangenen 12 Monaten (bis zu 99 Punkte)
  • Aufgenommene Ratenkredite in den vergangenen 12 Monaten (bis zu 66 Punkte)
  • Längste Restlaufzeit aller Ratenkredite (bis zu 61 Punkte)
  • Anzahl Anfragen und Abschlüsse für Girokonten und Kreditkarten in den vergangenen 12 Monaten (bis zu 117 Punkte)
  • Alter der ältesten Kreditkarte (bis 81 Punkte)
  • Vorliegen einer Identitätsprüfung (bis zu 38 Punkte)
  • Alter des ältesten Bankvertrags (bis zu 69 Punkte)
  • Alter des jüngsten Rahmenkredits (bis zu 36 Punkte)
  • Alter der aktuellen Adresse (bis zu 94 Punkte)
  • Ratenkreditstatus (bis zu 19 Punkte)
  • Immobilienkredit (bis zu 55 Punkte)

Der Schufa-Score kann zwischen 100 und 999 liegen. Ein hoher Score weist auf eine bessere Kreditwürdigkeit hin, ein niedriger Score auf ein höheres Ausfallrisiko. Ein schlechter Score kann sich negativ auf die Chancen auswirken, Kredite oder andere Finanzprodukte zu erhalten. Banken und andere Kreditgeber verwenden den Schufa-Score häufig als eine der Grundlagen für Kreditentscheidungen.

Scorewert

 

Ausfallrisiko

776 – 999

 

Sehr geringes Ausfallrisiko

709 – 775

Durchschnittliches Ausfallrisiko

 

642 – 708

 

Leicht erhöhtes Risiko

100 – 641

 

Deutlich erhöhtes bis hohes Risiko

0 – 99

 

Personen sind Zahlungsaufforderungen nicht nachgekommen

Beispielsweise können sich häufige Wohnortwechsel oder eine hohe Anzahl von Girokonto-Abschlüssen negativ auf den Score auswirken. Der Algorithmus, mit dem der Schufa-Score berechnet wird, war lange geheim. Die Auskunftei betrachtete ihn als Geschäftsgeheimnis. Das hat sich geändert, denn der Europäische Gerichtshof (EuGH) erklärte, Verbraucher haben das Recht zu erfahren wie Scores zustande kommen. 

Wichtig ist, dass der Schufa-Score nicht der einzige Faktor ist, den Kreditgeber bei der Bewertung eines Kreditantrags berücksichtigen. Auch andere Informationen wie das Einkommen und die berufliche Stabilität des Antragstellers spielen eine Rolle. 

So kann man den Schufa-Score einsehen

Die Schufa möchte digitaler und transparenter werden. Dafür hat sich die Schufa die App Bonify gekauft. Bonify hat jetzt Zugriff auf die Schufa-Berechnung. So können Nutzer der App jederzeit den sogenannten Schufa-Basisscore einsehen. Zusätzlich bietet Bonify auch Dienste an, wie man es schafft den Schufa-Score zu verbessern. Allerdings kann man mittlerweile auch in der Schufa App selbst jederzeit den Score einsehen. Daher ist Stand heute die App Bonify eigentlich weitestgehend in das neue Schufa-Angebot integriert. 

Kritik am neuen Schufa Score und Bonify

Die Reform des SCHUFA-Scores im Jahr 2026 wird zwar als Fortschritt hin zu mehr Transparenz dargestellt, steht aber weiterhin in der Kritik. Zwar verwendet die SCHUFA nun ein vereinfachtes Modell mit weniger Kriterien und einer verständlicheren Punkteskala von 100 bis 999, doch bleibt für viele unklar, warum genau die einzelnen Faktoren so gewichtet werden. Damit ist der Score zwar etwas nachvollziehbarer geworden, aber im Kern weiterhin nicht vollständig transparent und für Verbraucher schwer im Detail nachzuvollziehen. 

Ein grundlegender Kritikpunkt ist zudem, dass der Score weiterhin auf statistischen Modellen basiert. Das bedeutet, dass nicht nur das individuelle Zahlungsverhalten zählt, sondern auch der Vergleich mit anderen Personen in ähnlichen Lebenssituationen. Dadurch kann es vorkommen, dass Menschen trotz korrekten Verhaltens schlechter bewertet werden, etwa weil sie jünger sind oder nur wenige Daten über sie vorliegen. Gerade junge Menschen oder Personen mit geringer Finanzhistorie können dadurch benachteiligt werden, weil eine „dünne Datenlage“ im System als Risiko interpretiert wird.

Hinzu kommt, dass der SCHUFA-Score nach wie vor eine enorme Bedeutung im Alltag hat. Er entscheidet häufig darüber, ob jemand einen Kredit erhält, eine Wohnung mieten kann oder einen Mobilfunkvertrag abschließen darf. Kritiker bemängeln deshalb, dass eine einzige Kennzahl so großen Einfluss auf zentrale Lebensbereiche hat, obwohl sie nicht vollständig kontrollierbar und nur begrenzt nachvollziehbar ist. Außerdem ist noch unklar, ob das neue System in der Praxis tatsächlich fairer ist, da es sich erst über die Zeit bewähren muss.

Auch der Dienst bonify steht in der Kritik. Ursprünglich bot er einen einfachen und kostenlosen Zugang zum eigenen SCHUFA-Score, was lange als Vorteil galt. Inzwischen stellt die SCHUFA diese Informationen jedoch selbst direkter zur Verfügung, wodurch der Nutzen von bonify abgenommen hat. Zusätzlich gab es in der Vergangenheit Bedenken hinsichtlich Datenschutz und Sicherheit, da Schwachstellen im System potenziell den Zugriff auf sensible Finanzdaten ermöglichten.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das Geschäftsmodell: Einige Funktionen von bonify sind kostenpflichtig, obwohl ähnliche Informationen auch kostenlos erhältlich sind. Verbraucherschützer sehen darin teilweise unnötige Zusatzangebote. Schließlich wird auch ein möglicher Interessenkonflikt diskutiert, da bonify zur SCHUFA gehört. Damit bewertet ein Unternehmen nicht nur die Kreditwürdigkeit von Personen, sondern bietet gleichzeitig Dienste an, die deren Verbesserung suggerieren.

Insgesamt lässt sich sagen, dass die Reform zwar einige Verbesserungen bringt, einige grundlegende Probleme des Systems jedoch bestehen bleiben.

Fazit

Wir selbst nutzen die Schufa-App, für uns überwiegt der Vorteil zu wissen, was aktuell unser Schufa-Score ist. Die Bonify-App nutzen wir dagegen nicht mehr. 

Hier geht es zur kostenlosen Bonitätsprüfung mit Schufa. 

Hier geht es zur kostenlosen Bonitätsprüfung mit Bonify.

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