Was ist eine BUZ Beitragsbefreiung
Oft ist die BU an andere Verträge gekoppelt, etwa an eine Lebens- oder private Rentenversicherung. Eine dort eingeschlossene Beitragsbefreiung sorgt dafür, dass die Versicherung ihre monatlichen Sparbeiträge für die Altersvorsorge weiterbezahlt. In diesem Artikel gehen wir auf Sinnhaftigkeit ein.

Was bedeutet BUZ?
BUZ steht in der Versicherungswirtschaft für die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung. Sie zahlt eine monatliche Rente oder übernimmt Beitragszahlungen, falls du deinen aktuellen Beruf krankheitsbedingt nicht mehr ausüben kannst. Sie ist jedoch kein eigenständiger Vertrag, sondern wird fest an eine Hauptversicherung gekoppelt. In der Regel ist sie Zusatzbaustein einer privaten Rentenversicherung, einer Risikolebensversicherung oder einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV).
Was heißt Beitragsbefreiung?
Bei der Beitragsbefreiung übernimmt die Versicherung im Leistungsfall die monatlichen Sparbeiträge für z.B. Deinen Altersvorsorgevertrag – Du sparst also automatisch weiter, obwohl Du selbst nichts mehr einzahlen kannst.
Ist eine BUZ überhaupt sinnvoll?
Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten eine BU abzuschließen – einmal als selbstständige BU (SBU) – oder aber als Zusatzbaustein bspw. von einer privaten Altersvorsorgeversicherung. Aus unserer Sicht solltest du, wenn es die Gesundheitshistorie zulässt, immer eine SBU abschließen. Diese ist in der Regel deutlich flexibler. Beispielsweise wird die BU eventuell irgendwann nicht mehr benötigt, weil man ausreichend Vermögen aufgebaut hat. Als BUZ kann man aber in vielen Verträgen nicht die BU alleinstehend beitragsfrei stellen und der Altersvorsorgevertrag läuft separat davon weiter. Selbst wenn das möglich ist, ist oft die Dynamik von BU und Altersvorsorgeversicherung gekoppelt. Das heißt, wenn das eine steigt, steigt auch das andere, obwohl die BU-Absicherung schon ausreichend hoch ist. Dazu kommt, dass sich Provisionsversicherungen im Bereich der Altersvorsorge nie rechnen (siehe in diesem Blogbeitrag).
Eine BU sollte man allerdings als Provisionstarif abschließen. Das hat unter anderem mit der Gesundheitsprüfung zu tun. Fällt diese negativ aus, spart man sich das Honorar. Zudem gibt es nur wenige Versicherer, die Nettotarife im BU-Bereich anbieten. Heißt eine Kombiversicherung macht allein schon keinen Sinn, weil Provision bei einer BU Sinn macht, bei einer Altersvorsorgeversicherung allerdings nicht. Auch eine Kopplung von BU mit bAV macht wenig Sinn, da die bAV betriebsabhängig ist und das Modell bei einem Arbeitgeberwechsel oder einem Wechsel in die Selbstständigkeit an Attraktivität verlieren kann. Auch eine Kopplung mit einer Risikolebensversicherung ist weniger sinnvoll, da eine BU möglichst früh im Leben abgeschlossen werden sollte, eine Risikolebensversicherung allerdings erst, wenn andere von einem abhängig sind.
In welchem Fall kann eine BUZ mit Beitragsfreistellung Sinn machen?
Sinn machen kann eine BUZ mit Beitragsfreistellung daher nur für Personen, die gesundheitliche Beschwerden haben und für die ihre bisherige Absicherung unzureichend ist. Wer beispielweise berufsunfähig wird, zahlt nichts mehr in die Rentenversicherung ein. Daher sollte die BU-Rente hoch genug sein, um neben den Lebenshaltungskosten auch ausreichend Rückstellungen für das Alter aufzubauen. Wer allerdings in einer existierenden BU nicht mehr die Möglichkeit hat aufzustocken und eine neue BU aufgrund von Gesundheitsthematiken nicht mehr möglich ist, für diese äußerst kleine Zielgruppe kann eine BUZ mit Beitragsfreistellung Sinn machen.
Ist die Invest-BU eine Alternative zur BUZ mit Beitragsfreistellung?
Nicht wirklich, bei der Invest-BU können angesparte Beiträge teilweise genutzt werden um in Zeiten mit finanziellen Engpässen keine BU-Zahlungen zu leisten. Die BUZ mit Beitragsfreistellung ist allerdings höchstens für Zeiten spannend in denen man berufsunfähig ist. Prinzipiell würden wir sooderso immer eine SBU ohne Invest-Anteil abschließen. Diese ist in der Regel deutlich günstiger, gleichzeitig ist eine Invest-BU deutlich unflexibler und man zahlt eben auch für die Verwaltung von beispielsweise ETF-Sparplänen. Zudem profitiert man bei einigen dieser Verträgen nur von den angesparten Überschüssen, wenn man berufsunfähig wird. Wenn man stattdessen nicht berufsunfähig wird und bei einer SBU permanent weniger zahlt und das gesparte Geld in einen ETF-Sparplan einzahlt, hat man definitiv mehr davon.
Welche Alternativen zu einer SBU gibt es?
Wer keine SBU also eine alleinstehende BU abschließen kann, kann immer noch auf eine Unfallversicherung in Kombination mit einer Dread Disease ausweichen. Zumindest wenn der Ausschlussgrund oder Verteuerungsgrund bei der BU das Berufsbild beziehungsweise psychische Behandlungen waren. Allerdings sind dann eben psychische Erkrankungen deutlich weniger stark abgesichert als bei einer BU. Auch eine private Erwerbsminderungsrente kann eine Option darstellen, insbesondere wenn die Berufsgruppe ein Ablehnungsgrund bei der BU war. Auch in diesem Fall kann eine BUZ noch eine ergänzende Möglichkeit sein, wenn man im Worst-Case Szenario trotzdem noch fürs Alter vorsorgen möchte. Idealerweise ergänzt man dann diese Absicherung mit einem ETF-Sparplan (siehe Blogbeitrag). Denn hier kann man jederzeit flexibel auf die Rücklagen zurückgreifen und kann so eventuell auch Zeiten, in denen man wegen psychischer Erkrankungen berufsunfähig ist, gut überbrücken.
Wie genau ist die BUZ mit Beitragsbefreiung ausgestaltet?
Aus unserer Sicht macht die BUZ mit Beitragsbefreiung höchstens in den zwei genannten Zielgruppen Sinn: SBU ist unzureichend und kann nicht aufgestockt werden, keine SBU möglich und man ist bereits mit Dread Disease, Unfall- und/oder privater Erwerbsunfähigkeitsversicherung ausgestattet. Hier macht dann vor allem das Modell Sinn, welches auf eine Kombination aus BUZ Beitragsbefreiung und Altersvorsorgeversicherung Sinn. So können je nach Versicherung bis zu knapp 600 Euro Beitrag in den Altersvorsorgeversicherungsvertrag im BU-Fall abgesichert werden. Ganz wichtig, das Geld ist immer zweckgebunden und steht daher zunächst nicht zur freien Verfügung. Bei einer Flex kann man theoretisch danach darüber frei darüber verfügen, währenddessen macht es wegen des Zahlungsanspruchs allerdings wenig Sinn.
Würden wir selbst eine BUZ mit Beitragsfreistellung abschließen?
Wir selbst würden diesen Vertrag nicht abschließen. Denn die Klausel verursacht natürlich auch Kosten und entsprechend wird die Lebensversicherung zur Altersvorsorge noch unattraktiver (siehe Blogbeitrag ETF vs. Rürup). Die beste Option aus unserer Sicht ist immer eine ausreichend hohe BU. Durch eine anonyme Risikovoranfrage können wir auch bei vielen Versicherern vorab anonym anfragen, ob und zu welcher Kondition du versicherbar wärst. Wenn du hier Unterstützung benötigst, melde dich gerne bei uns (info@fiducation.de).